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AD(H)S und Erwachsene

1. Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung(AD/HS) ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes-und Jugendalter. Im Vergleich zu anderen Kindern können sich ausgeprägte Auffälligkeiten in den Kernbereichen Aufmerksamkeits-und Konzentratiuonsschwäche, impulsives Verhalten und ausgeprägte innere Unruhe zeigen.

Für Erwachsene mit vielen Problemen in der eigenen Biographie ist es oft eine Entlastung und Erleichterung, wenn sie von ADHS hören. So lässt sich erstmals die Problematik zuordnen und verstehen, warum man schon immer wußte, dass man anders ist, aber eben nicht dumm oder falsch oder nur faul oder arrogant.

Die rückblickende Auseinandersetzung mit der eigenen Schulzeit hilft oft weiter, aber auch unauffällige Verläufe oder Hinweise auf Hochbegabung und Überspringen von Klassen mit auffälligen Problemen, diese Fähigkeiten in entsprechende Erfolge im schulischen und akademischen Rahmen umzuwandeln, weisen auf einen möglichen Hintergrund auf ADHS hin.

ADHS kann mit Auffälligkeiten in allen drei Kernbereichen Aufmerksamkeit, Konzentration, Impulsivität und innere Unruhe auftreten, aber auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten hinsichtlich Aufmerksamkeit, Impulsivität und innerer Unruhe.

Über die Entwicklung von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter verändern sich die Beschwerden bei ADHS aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen bei Kindern und Erwachsenen.

Im Bereich der Hyperaktivität und Impulsivität zappeln Kinder herum, Erwachsene arbeiten ineffizient, Kinder können nicht sitzen bleiben, Erwachsene können bei langen Konferenzen oder Teamsitzungen nicht dabeibleiben oder konzentriert folgen. Kinder können nicht warten, bis sie drankommen, Erwachsene können sich nicht anstellen.Kinder rennen oder klettern intensiv herum, Erwachsene fahren zu schnell oder zu riskant. Kinder sind immer in Bewegung, Erwachsene brauchen aktive Beschäftigung, sonst langweilen sie sich sehr schnell.Kinder können nicht abwarten, Erwachsene reden unentwegt oder unterbrechen andere schnell oder machen unpassende Kommentare, sind zu spontan oder schnell im Widerspruch, was im beruflichen Bereich zu entsprechenden Problemen führen kann.

Erwachsene haben im Bereich der Aufmerksamkeit Probleme mit der Motivation, mit der Aufmerksamkeitsspanne und der Konzentration(Besprechungen, Büro, Lesen), neigen zu belastendem Aufschieben, sind zu langsam, ineffizient, haben ein schlechtes Zeitmanagement uns sind oft unorganisiert.

Es gibt nicht den generellen ADHS Prototyp, es gibt große Unterschiede zwischen Frauen und Männern hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Symptome.

Frauen warten länger ab, ärztliche Hilfe in Anspruch zunehmen, suchen oft wegen Erschöpfung, Depression und Burnout. Sie werden oft nicht wegen anhaltender Konflikte im familiären oder beruflichen Umfeld abgeklärt oder wegen des ständigen massiven Kraftaufwandes, zu versuchen, Ordnung aufrechtzuerhalten oder ständiges Gedankenkreisen zu reduzieren. Bei Frauen sind Stimmungsschwankungen häufiger, sie fühlen sich schneller müde, erschöpft und gestresst. Sie habe oft gute Kompensationsstrategien entwickelt, nicht selten kommt es zu Überregulation in Form von zwanghaften Reaktionen bis zu hochemotionalen Überreaktionen und Ausrastern.

Die Ursachen für die Entstehung Auffälligkeiten sind nicht vollständig geklärt. Man geht von einer neurobiologischen Funktionsstörung aus, an der genetische und umweltbedingte Faktoren beteiligt sind. Lebensgeschichtliche Ereignisse und Erziehung beeinflussen die Ausprägung und den Verlauf erheblich. Oft tritt ADHS bei mehreren Familienmitgliedern und in der Verwandtschaft auf.Es finden sich fast immer, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, in jeder Generation Betroffene.

Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn die Symptome die schulische und berufliche Leistungsfähigkeit mindern, soziale Kontakte beeinträchtigen oder psychische Störungen (Depressionen, Suchtgefahr) verursachen. Zur Diagnose einer ADHS im Erwachsenenalter ist eine ausführliche biographische Abklärung erforderlich, die durch die Erhebung komorbider Strörungen und aktueller Probleme im beruflichen und familiären Umfeld ergänzt wird.

2. ADHS Diagnostik für Erwachsene

Die diagnostische Abklärung berücksichtigt die Anzahl und Ausprägung der Symptome und den zeitlichen Verlauf.Können die Symptome in die Kindheit zurückverfolgt werden, in welcher Ausprägung bestehen in der Jugend und in der weiteren Ausbildung und im sozialen wie auch im familiären Umfeld Beeinträchtigungen.

Neben den Kernsymptomen wie Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität werden noch weitere Kriterien erfasst, wie Desorganisation, Stimmungsschwankungen, rasche und intensive Temperamentsausbrüche und eine eingeschränkte Stresstoleranz.
Patienten nehmen Kontakt zu uns auf, weil im Vorfeld bei ihren Kindern ADHS festgestellt wurde und sie bei sich ähnliche Problem in ihrer eigenen Kindheit fanden.

Folgende häufige Probleme und Erkrankungen werden an uns herangetragen:

  • Erschöpfungs- und Stressreaktionen
  • chronische und psychosomatische Schmerzen
  • Burnout- oder Boreout-Symptomatik
  • Depressive Verstimmungen und bipolare Erkrankungen
  • chronische Angststörungen oder soziale Phobie
  • Schwierigkeiten mit Gefühlskontrolle, Impulsivität oder Zwänge, Selbstwertkonflikte
  • Probleme mit Selbstbehauptung und Abgrenzung, Neigung Dinge aufzuschieben, Prokrastination
  • chronische oder akute Schlafstörungen

Die diagnostische Abklärung schafft oft Klarheit über viele Problem, die das eigene leben bisher erschwert haben und für die es bisher keine Klärung oder effiziente Behandlungsmöglichkeiten gab.

2.1 ADHS im Kindesalter

Schilderungen von betroffenen Patient:innen

Wer an ADHS denkt, denkt zuerst an den „Zappelphilipp“, falls das nicht zutreffe, sei klar, dass kein ADHS vorliegen könne. Das hat für viele, die darüber nachdachten, ob ADHS bei ihnen vorhanden sein könnte, zur Folge, dass diese Möglichkeit nicht weiterverfolgt werde, obwohl viele Probleme vorliegen, für die es bisher keine richtige Erklärung gebe. Sie wussten zwar immer schon, dass sie anders als andere waren, hatten aber bisher auch keine Erklärung dafür gefunden, warum dies so sei. Dass es auch ein ADS gebe, also eines ohne „H“, ist oft nicht bekannt. Nur etwa 1/3 der ADHS-Betroffenen weise eine motorische Überaktivität auf, die restlichen 70% seien entweder verträumt, still oder introvertiert und gehemmt oder weisen eine entsprechende Symptommischung auf, z. B. in der Schule still und gehemmt, zuhause aufgedreht und kaum zu bändigen.

Es wird berichtet, dass man in der Kindheit schulisch als faul eingeschätzt wurde, man hätte viel besser sein können, wenn man nur gewollt und sich angestrengt hätte. Man fühlte sich selbst eigentlich ok, nur die anderen empfand man als gestört oder man zog sich in seine Traumwelt zurück.Es gab Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit oder Lernen, erhöhte Ablenkbarkeit, sie konnten sich nicht hinsetzen und schriftliche Arbeiten zu Ende bringen, waren zu schnell oder zu langsam, machten ständig Flüchtigkeitsfehler und waren nicht in der Lage, Aufgabenstellungen zu Ende zu lesen. Man habe nie in den Kindergarten gewollt, sei ein Schreikind gewesen, konnte schlecht ein- oder durchschlafen, habe teils bis in die Pubertät eingenässt, sei emotional sehr labil gewesen oder habe in einer eigenen Welt gelebt, war oft gelangweilt oder sehr kreativ, war Klassenclown, war nicht Geburtstagen eingeladen worden, entweder Außenseiter oder hatte nur ein oder zwei gute Freunde, die aber oft bis heute.

Hausaufgaben gingen nur, wenn die Mutter ständig danebenstand, später wurden sie erst kurz vor Schulbeginn abgeschrieben.Oft lange gelernt und trotzdem kamen schlechte Noten heraus.Bei Dingen, die interessant waren, fiel es leicht, sich zu konzentrieren, während die Anderen verwundert waren oder sich ärgerten, dass man es bei anderen Sachen, die nicht interessant waren, nicht konnte.Es wurde Hochbegabung festgestellt, in der Schule gab es manchmal auch kaum oder nie Probleme, man habe aber auch nie gelernt, Dinge zu lernen, was in der Ausbildung oder im Studium zu Schwierigkeiten führte, sich auf Prüfungen oder Seminare einzustellen. Die Folge waren erhöhte Semesterzahlen, verstärkter elterlicher Druck und zunehmende Ratlosigkeit, einen Abschluss zu erreichen.Es wurde mehrere neue Universitätsstudien begonnen, ohne sie abzuschließen oder Promotionen nicht beendet.

Unterhaltungen in der Gesellschaft wurden als sehr oberflächlich und teils auch als unerträglich empfunden, Smalltalk war fast unmöglich, es bestand und besteht ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, der eigene Kopf, manche sagten dazu auch „Sturschädel“, erschwerte den sozialen Umgang.Es kam oft zu Wutanfällen nach außen wie nach innen, es dominierte eine ausgeprägte Ungeduld, man empfand die Anderen einfach als zu langsam, konnte nicht warten, man ging nicht mehr in Kinos oder ins Theater oder man ging schon in der Pause. Schlangen im Supermarkt waren ein Grund, wieder rauszugehen. Oft ging Lernen nur auf den allerletzten Drücker, erfolgreiche Prüfungen wurden aber als eigentlich nicht verdient zu haben empfunden. Es gab ein schlechtes Gewissen, wenn daran gedacht wurde, was wohl wäre, die Anderen wüssten, wie man sich durchgemogelt habe. Man empfand sich eher als mittelmäßig, das Selbstwertgefühl wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Andererseits war man wissbegierig und neugierig, wollte alles genau wissen und untersuchen. Der Schulablauf war geprägt durch das durchfallgefährdete erste Halbjahr und ein zweites dann doch erfolgreiches zweites Halbjahr.Dabei halfen Stimulanzien, Kaffee oder intensiver Sport. Man empfand sich als sehr tierlieb, konnte mit Tieren gut umgehen, insbesondere mit Hunden.

Zuhause herrschte oft Chaos, eine Zettelwirtschaft dominierte, man empfand sich als verplant, vergesslich, verlor viel, verlegte ständig Dinge und konnte keine Termine einhalten, kam immer zu spät. Sport war entweder exzessiv oder gar nicht möglich, in der Mannschaft hatte man eine zu eigensinnige Spielweise. In der Pubertät kamen zu Störungen des Essens in Form von Bulimie oder Anorexie, es entwickelten sich Depressionen, Ängste, Zwänge, Drogenprobleme mit einer Suchtentwicklung, teils kriminelle Entwicklungen, antisoziales Verhalten, Borderlinestörungen, Spiel-, Sex- und PC-Sucht, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus und eine Restless-legs-artige Symptomatik mit unruhigen Beinen.

Bei der Geburt sei es zu Komplikationen gekommen, Nabelschnur um den Hals und Frühgeburten. Adoptivkinder berichten über oft ausgeprägte Schwierigkeiten mit ihren Adoptiveltern, da diese mit ihnen und ihrer Problematik überfordert waren. Sie selbst stammten aus Beziehungen von Paaren, die selbst mit diesem Kind überfordert waren, weil sie ebenfalls ADHS hatten. Da die Adoptiveltern oft keine Erfahrung mit ADHS hatten und von der ungewohnten problematischen Entwicklung ihres Wunschkindes völlig überfordert waren, kam es oft zu gestressten Adoptiveltern, zu schweren Konflikten und Auseinandersetzungen und chronischen Überlastungen.Die Kindheit war durch frühe Trennung der Eltern belastet.

Die Kinder weisen oft eine Störung der Kommunikation auf, haben wiederholt traumatische Erfahrungen von Ausgrenzung, Mobbing und gestörten Beziehungen gemacht. Ihr Selbstwertgefühl wurde erheblich beeinträchtigt, sie selbst streben nach ständiger Anerkennung, sie weisen eine große Abhängigkeit von narzisstischer Zuwendung auf. So wurden gute Leistungen ermöglicht, wenn sie sich von ihren Lehrern gemocht und anerkannt und unterstützt fühlten, umgekehrt drohte ein erheblicher Leistungsabsturz und eine Leistungsverweigerung. Die Entwicklung von psychischen Störungen, die trotz intensiver Therapie sich nicht besserten, ist typisch. Es wird erzählt, man habe schon alles ausprobiert, ist emotional überempfindlich, schnell enttäuscht, fühlt sich allein gelassen, verletzlich, dünnhäutig und schnell von Reizen überflutet, vom Alltag überfordert, fühlt sich oft ausgebrannt und es werden auch oft Selbstmordgedanken berichtet.

Während im Kindergarten und in der Vorschulzeit Unaufmerksamkeit und Impulsivität dominierten, sind es in der Jugend und Adoleszenz eher komorbide Störungen in Form von Alltagsbeeinträchtigung sowie hyper- und hypokinetische Störung des Sozialverhaltens. Die soziale Kompetenzentwicklung ist beeinträchtigt, sie werden oft von Gleichaltrigen in ihren Peergroups zurückgewiesen oder schlüpfen in die Rolle des Klassenclowns.

Mit der Schule treten affektive Störungen wie Prüfungsängste, Schulunlust, Vermeidungsverhalten, Lügen und Hausaufgabenkonflikte auf. Ausbildungsabbrüche beim Übergang ins Erwachsenenalter prägen das Bild, Neigung zu Substanzmittelabusus und Verkehrsdelikten, Diebstahl, Schlägereien erschweren das Bild. Mit dem Übergang ins Erwachsenenalter verstärken sich auch die Probleme wie Desorganisation, Stimmungsschwankungen, Impulsivität, emotionale Überreagibilität, Borderlinestörungen oder bipolare Störungen, Entwicklung einer antisozialen Persönlichkeit sowie soziale Isolation.

2.2 ADHS im Erwachsenenalter

Viele Betroffene wussten schon immer, dass sie anders sind als andere. Manche wussten oder ahnten, dass sie „ADHS“ haben, wollten aber nichts damit zu tun haben. Nicht wenige Menschen fühlen oder fühlten sich durch so eine Diagnose diskriminiert. Sie finden zwar ihr Leben anstrengend, kamen oder kommen aber nicht auf die Idee, dass das mit ADHS zu tun haben könnte. Andere werden erst durch die Diagnose von ADHS bei ihren Kindern oder deren Problemen darauf aufmerksam gemacht, dass das bei ihnen auch zutreffen könnte. Etliche glauben, weil sie kein „Zappelphilipp“ waren, komme das bei ihnen eine ADHS Diagnose nicht infrage. In der Grundschule waren sie meist sehr gut und teils auch noch in den weiterführenden Schulen, insbesondere in Fächern, die ihnen zusagten. Zahlreiche Betroffene haben Universitätsstudien oder Promotionsarbeiten abgebrochen, brachten das aber nicht mit ADHS in Verbindung oder wollten es nicht. Viele haben erst oder wieder Probleme den beruflichen und familiären Alltag zu bewältigen, wenn ein neuer Vorgesetzter, eine berufliche Weiterbildung oder eine geänderte Aufgabenstellung die bisherige, oft jahrelang gewohnte Situation verändern. Nicht wenige Betroffene sind mit ihrer Kraft am Ende, entwickeln Depressionen, Ängste, ein (erneutes) Burn-out-Syndrom. Viele haben eine oder mehrere Psychotherapien hinter sich, diverse psychosomatische Klinikaufenthalte, oft jahrelange antidepressive Therapien, ohne dass sich ihre Problematik wesentlich geändert oder gebessert hätte. Sie wurden auch anlässlich dieser Therapien oft nicht darauf aufmerksam gemacht, dass es sich hierbei um eine ADS-Syndrom handeln könnte.

Viele Menschen haben aber auch bei ADHS eine Menge positiver Eigenschaften, können sich sehr intensiv mit einem Thema, das sie interessiert, beschäftigen. So können sie dadurch sehr erfolgreich sein, wenn Begabungen, Motivation und Ausbildung vorhanden sind. Sie sind meist auch sehr kreativ, nehmen sensibler Schwingungen auf und sind oft in der Lage, dies zu kommunizieren. Da aber diese Fähigkeiten manchmal von einem Tag auf den anderen wechseln können, kann das für die Betroffenen sehr belastend sein. Sie fühlen sich oft durch die negativen Reaktionen ihres Umfeldes kritisiert und diskriminiert. Dies hat negative Auswirkungen auf ihre Selbstwert-Einschätzung sowie Lebensqualität und kann zu sozialem Rückzug und Isolation führen.

Meist spielen Stimmungsschwankungen und Impulsivität eine große Rolle. Sie „rasten“ schnell aus oder „haben eine kurze Zündschnur“. Das führt zu Problemen mit ihrem Umfeld, ob beruflich oder privat. In vielen Fällen bestehen Verunsicherung oder auch Schuldgefühle, weil der Anlass nicht angemessen war, danach kommen sie schnell wieder „runter“, wundern sich aber, wenn ihr Partner oder ihre Kollegen deutlich nachtragender sind. Wenn das bei ihren Kindern passiert, haben sie oft danach ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht beherrschen konnten.
Sie wissen oft nicht mehr, wie sie selbst als Kinder waren, es sei denn, sie haben eher traumatischen Situationen erlebt. Das Erinnern setzt mit der Pubertät ein. Die Schule und die Ausbildung waren für die meisten eher ein Kampf, es gibt aber auch sehr viele Erfolgreiche, die mit wenig oder keinem Lernen sehr weit kommen. Sie waren entweder Außenseiter oder auch Klassenclown oder Klassen- bzw. Schulsprecher. Fächer, die ihnen nicht zusagten, wurden links liegen gelassen, es war unverhältnismäßig schwer, das dafür nötigste zu tun. Eine unterstützende oder positive Lehrkraft wirkte wahre Wunder. Die Hausaufgaben waren oftmals anstrengend, wurden gar nicht gemacht oder nur kurz vor Schulbeginn abgeschrieben. Gelernt wurde erst, wenn der Druck sehr groß wurde oder auch gar nicht. Im Erwachsenenleben sind nicht abgegebene oder nur kurz vor Toresschluss erstellte Steuererklärungen keine Seltenheit, da Erwachsene mit ADHS sich oft selbständig machen, weil sie in den hierarchischen Strukturen eines Angestelltendaseins häufig nur sehr schlecht zurechtkommen.

In vielen Fällen ist nicht bekannt, dass man ein „schwieriges Kind“ war, möglicherweise ein „Schreikind“, oder dass man oft Wutanfälle hatte oder auch dass man ein „pflegeleichtes Kind“ war, dass sich stundenlang mit sich selbst beschäftigen konnte. Einerseits wurde einem schnell bei Dingen langweilig, andererseits hat man rasch zahlreiche neue Hobbys versucht, die man aber ebenso schnell wieder abbrach. Manchmal waren Eltern bzw. ein Elternteil nicht bereit, auf entsprechende Hinweise zu reagieren und ihre Kinder untersuchen oder auch behandeln zu lassen. Sport war in der Kindheit und in der Jugend meist sehr wichtig, wurde teilweise intensiv betrieben, oft auch Leistungssport, Fußball bis zum Profisport, extremes Fitnesstraining. Beliebt waren oder sind auch Kampfsport, riskanter Motor- und Skisport oder Klettern. Manche werden schon in der Schule beim Sport von anderen Mitschülern nicht ausgewählt, weil sie zu ungeschickt oder zu langsam sind. Andere entwickeln auch eine Sex-, Spiel- oder auch PC-Sucht.

Die Pubertät ist oft belastet durch Essstörungen, Entwicklung von Depressionen, allein Störungen, Adipositas, als Folge von Impulskontrollstörungen, Drogenkonsum, teils Abhängigkeitsentwicklung, Konflikte mit dem Gesetz, erhöhter Alkoholkonsum, Geschwindigkeitsüberschreitungen, meist mit Folge des Verlustes des Führerscheins.

Wenn Erwachsene mit ADHS Partnerschaften eingehen oder eine Familie gründen, kommt es durch die zusätzlichen Aufgaben der Kinderbetreuung, der Haushaltsführung, des beruflichen Engagements und der Partnerbeziehung in vielen Fällen zu Überlastungen und schweren Erschöpfungszuständen oder die Betroffenen vermeiden diesen Weg zu gehen, weil sie es sich aus Angst vor Überforderung nicht zutrauen.

Neben den psychischen und sozialen Folgen einer unbehandelten ADHS-Störung können auch körperliche Begleitstörungen seit der Kindheit auftreten wie z. B. Neurodermitis, Allergien, Asthma, Reizdarm, Migräne, epileptiforme Störungen, länger dauerndes Einnässen und rezidivierende Ohrentzündungen.

3. Behandlung von ADHS

Es ist bekannt, dass besonders psychoanalytische und aufdeckende Therapien bei ADHS nicht wirkungsvoll sind. Patienten haben in der Regel schon eine Vielzahl an erfolglosen Behandlungen hinter sich, haben erfahren, dass weder Antidepressiva noch Neuroleptika gegen Depressionen, quälende Unruhe, Chaos und Konzentrationsstörungen wirksam waren. Deshalb ist ein speziell auf die besonderen Probleme der ADHS ausgerichtetes Behandlungskonzept wichtig.

Neben der Pharmakotherapie stellt sich die Frage einer psychotherapeutischen Behandlung, die von der Schwere der Symptomatik, von den Einschränkungen im Alltag und den verschiedenen Lebensbereichen und dem Selbstwertgefühl abhängt. Wenn die Symptome besonders stark ausgeprägt sind oder in mehreren Lebensbereichen auftreten, wird eine medikamentöse Behandlung erwogen, da diese die Kernsymptomatik und auch begleitende Symptome verbessern kann. Die Wahl der Medikamente, bzw. der Psychotherapiemöglichkeiten sollten zu verbesserter Selbstkontrolle, Symptomreduktion und verbessertem Selbstmanagement führen.

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